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Nachhaltigkeit im Turniersport – ein Wiederspruch?

Das geht auch anders :

Die Helsinki Horse Show – das wohl ökologischste Turnier der Welt

Heute wollen wir euch von einem Turnier berichten, welches sich zum Ziel gemacht hat, nicht nur das größte Reiter:innen-Event der Welt zu sein, sondern ebenfalls das nachhaltigste. Das Konzept hat uns mehrals begeistert, somit wollen wir euch das hier nicht vorenthalten.


Popularität

Seit 1985 gibt es die Helsinki-Horse-Show (HIHS)„Wir hatten eine so verrückte Idee, dass wir den besten Hallenwettbewerb der Welt machen wollen, weder mehr noch weniger. Wir sind nicht vorsichtig losgefahren, sondern haben die Messlatte auf das höchstmögliche Niveau gesetzt. Bei allem, was wir getan haben, war nur das Beste richtig.“   (Auszug aus dem Buch Memories of the Years von Horse Show)

Seit der ersten Show ist die Veranstaltung ein voller Erfolg. Die Popularität wuchs rasant und bereits Mitte der 90er war die Show zu Finnlands größtem jährlichen Sportereignis geworden. Während des gesamten 21 Jahrhunderts kamen jährlich circa 40.000 Besucher zu dem Event. 450 Freiwillige arbeiten jedes Jahr daran, die Veranstaltung erfolgreich und nachhaltig zu gestalten.

Da denkt natürlich jeder umweltbewusste Mensch gleich an Müllberge und  Ressourcenverschwendung. Wir haben uns das für euch mal ein bisschen genauer angeschaut und waren begeistert.



Nachhaltikeitskonzept bei der HIHS :  Helsinki Jumps Green

Die HIHS hat ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, welches seit 2017 umgesetzt wird. Unter dem Motto „Helsinki Jumps Green“ wird jedes Jahr ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Im Jahr 2019 lautete das Motto z.B. Zero Waste, da hat man sich besonders auf das Recycling und die Reduzierung des Abfalls konzentriert.Doch auch weitere Initiativen gehören stets zum Nachhaltigkeitskonzept der Show.


Tom Gordin, der seit der Geburtsstunde der Horse Show Direktor der Veranstaltung ist, sagt dazu folgendes:  „Als Veranstalter liegt es in unserer Verantwortung, Partnerschaften mit der lokalen Industrie einzugehen, um nachhaltige Sportveranstaltungen zu einer echten Alternative und nicht nur zu einem 'Nice-to-have' zu machen. Unsere Vision ist es, weltweit führend in Sachen Nachhaltigkeit bei Pferdesportveranstaltungen zu werden. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass das viel Engagement erfordert, aber die Endergebnisse sind es wert.“


1. Die geniale Stromidee:

Das Fortum HorsePower-Konzept Der gesamte Strombedarf der viertätigen Veranstaltung, von Heizung über Beleuchtung, Anzeigetafeln bis hin zu den Ladestationen, an denen die Besucher des Turniers ihr Handy aufladen können, wird ausschließlich mit Energie gedeckt, der aus Pferdemist gewonnen wird.

Über zu wenig Mist kann man sich bei so einer Horse Show nicht beklagen.  Im Rahmen der Helsinki International Horse Show sind es circa 100 Tonnen Mist, die die Pferde der Teilnehmer:innen vor Ort fallenlassen. Der finnische Energieversorger Fortum erzeugt circa  150 Megawattstunden Energie daraus. Was nicht gleich im Zuge der Veranstaltung aufgebraucht wird, speist man ins internationale Stromnetz ein.

Mit Pferdemist Strom produzieren kann grundsätzlich ein gutes Konzept sein. Der Vizepräsident von Horse Power Fortum, Anssi Paalanen, sagt hierzu: „Das Konzept der Mist-Energie-Kopplung birgt ein immenses Potenzial für Länder mit einer großen Anzahl von Pferden. Und es zeigt, dass sofort einsatzbereite Lösungen verfügbar sind, um unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen entgegenzuwirken.“ Nähme man den Mist, den zwei Pferde über das Jahr hinweg produzieren, lasse sich damit sogar der Heizbedarf eines gewöhnlichen Einfamilienhauses decken.



2. Zero Waste-Initiativen

  • Kaffeetassen kann man auf dem Turnier stets nachfüllen lassen
  • Wasserstationen stehen für Zuschauer zur Verfügung 
  •  eigene Flaschen mitbringen-Verschiedene Recyclinginitiativen z.B. für organische Abfälle, Pappen etc. werden umgesetzt
  • Es wird zunehmend auf digitale Lösungen gesetzt (z.B. bei Startlisten, Handprogrammen etc.)
  • Zunehmende Nutzung von Recycling-Materialien-Gespendete Materialien werden genutzt und wiederverwendet (Teppiche, Dekorationen, Blumen etc.)


3. Weitere Initiativen

  •  Elektrofahrzeuge werden in der Arena und im Stall sowie im Shuttleservice genutzt
  • Der Shuttle-Service wird sogar teilweise durch Fahrräder ersetzt (zwischen Hotel und Veranstaltungsort)
  • Alle verwendeten Werbebretter bestehen aus polyvinylchloridfreiem Material
  • Es wird auf  lokale Lebensmittelzutaten geachtet und es sind vegane/vegetarische Gerichte erhältlich, sowie Bioweine
  • Es findet eine Zusammenarbeit mit der Nurminem Foundation statt, die sich für die Rettung und den Schutz der Ostsee einsetzt. Es heißt dazu auf der Webseite der HIHS: „Die Ostsee ist mit ernsthaften Umweltproblemen konfrontiert, und leider verursacht die Pferdeindustrie eutrophierende Nährstoffeinleitungen in das Meer. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein zu schärfen und Spenden für die Stiftung zu sammeln."



Unser Fazit:

Es ist großartig zusehen, mit welchen kreativen Ideen und Lösungen so eine große Veranstaltung, wie der HIHS, auf Nachhaltigkeit setzt. Das Turnier stellt ein gelungenes Beispiel für ökologisches Denken im Pferdesport dar und sollte mehr Veranstalter und Verbände inspirieren.

Wer nun Lust auf einen Trip nach Helsinki bekommen hat, hier folgender Tipp: Sollte Corona uns keinen Strich durch die Rechnung machen, ist das die nächste Helsinki Horse Show für folgendes Datum geplant: HIHS 20.-24.10.2021


Abschließen möchten wir diesen Bericht mit einem gelungenen Zitat, wie wir finden, von Tom Gordin: 

„ Kleine Dinge – es müssen nicht immer die großen Dinge sein. Und wenn man 100 kleine Dinge zusammenbringt, glaube ich, dass wir auf  eine sauberere Welt zugaloppieren.“1

 

1Quellen:https://www.pferderevue.at/aktuelles/sonstiges/2019/10/in-helsinki-kommt-der-strom-aus-dem-misthaufen.htmhttps://helsinkihorseshow.fi/en/event-information/jumps-green/



Online-Turnier was ist das denn?

Turniersehnsucht in Corona Zeiten? – Kein Problem! Zuhause klappt alles besser? – Stell es unter Beweis! So, hier für euch recherchiert und ausfindig gemacht:

DOT (Deutsche Online Turniere) macht es möglich.

Was es mit Online-Turnieren auf sich hat und wie das Ganze funktioniert erfahrt ihr hier.

Foto: Deutsche Online Turniere


1.Was ist DOT und was ist die Idee dahinter?

Stellt euch vor. Die Idee zum Medien-Reitturnier geht zurück bis in die 80er Jahre. Pferdenärrin Christine, Begründerin von DOT, belastete es in jungen Jahren, ihre Eltern bei Turnieren stets einbinden zu müssen. Ihr wisst, so ein Turnierwochenende hat es in sich. Frühes Aufstehen, Verladen, Fahrten etc. Da kann man sich als Kind oder Jugendliche/r glücklich schätzen, wenn die Eltern selber zum Kreis der Pferdenarren gehören. Jedenfalls entwickelte Christine schon frühzeitig die Idee, Turniere via Bildschirm bewerten zu lassen. Mit ihrem Taschengeld, einem befreundeten Richter und VHS-Kassetten entstand so das erste Bildschirmturnier-Format, welches aber aufgrund fehlender Digitalisierung und hohem Kostenaufwand nicht den gewünschten langfristigen Erfolg brachte. Erst mit der Digitalisierung und dem Internet konnte Christine später die Idee aufgreifen und weiterentwickeln. 2018 wurde DOT geboren, startete im September des gleichen Jahres mit dem erstenTurnier und es war ein voller Erfolg. Langsam und stetig wurde die Idee größer und vielfältiger, es gab Schleifen und elektronischen Protokolle.Heute sind Online-Turniere nichtmehr wegzudenken. DOT konnte sich als das größte deutsche Onlineturnier durchsetzen, bezogen auf Starterzahlen, Fangemeinde und Anzahl und Auswahl der Prüfungen. Darauf ist die Organisation sehr stolz. DOT punktet mit ausgebildeten FachrichterInnen und gut durchdachten Prüfungen. Einen richtigen Schub und erweiterten Bekanntheitsgrad erhielt DOT durch die Corona Pandemie, da viele ReiterInnen froh über ein bisschen Turnierluft sind, wenn auch nur digital.


2.Wie funktioniert das Online-Turnier?

Foto. Virtuell Dressage Tour

Mitmachen kann jeder oder jede, unabhängig von der „Live“ Turniererfahrung. Grob erklärt geht es schließlich darum, den eigenen Turnierlauf zu filmen und einzusenden. Wertungen, sowie  Platzierung und Preis werden anschließend zugesandt. Den genauen Ablauf der Nennung und Voraussetzungen für ein gelungenes Video etc. findet ihr detailliert auf der Internetseite von DOT. Hier findet sich auch eine Auswahl an möglichen Prüfungen, sowie einige andere Ideen, wie zum Beispiel ein Fotowettbewerbe etc.Auch gibt es ein Sammelprogramm für Bonuspunkte, sowie die mögliche Teilnahme an einer Qualifizierung für die Deutschen ONLINE Meisterschaften.1Hier der Link für euch: https://www.deutsche-online-turniere.com/


3.Doch nicht nur DOT macht es möglich Die Virtual Dressage-Tour

Mittlerweile gibt es mehrere Initiativen und Organisatoren, die Online Turniere anbieten. Auch im Ausland sind wir fündig geworden. Überhaupt erst aufmerksam auf diese Thematik gemacht hat uns Kathy aus Österreich, die sich als großer Fan der österreichischen Virtual Dressage Tour herausstellte. Hier handelt es sich explizit um ein Online-Dressurturnier. Im Prinzip funktioniert das Ganze genau wie bei DOT. Genauere Infos gibt es auch hier auf der Webseite.


4.Online Turniere und der Umwelt-Aspekt

Stellt euch einmal vor wie viele Autofahrten, Strom- und Unterhaltungskosten durch den Ersatz eines Präsenz-Turnieres durch ein Online -Turnier eigespart wird. Der ökologische Fingerabdruck von ReiterIn und Pferd verkleinert sich somit durch die Nutzung von Online Turnieren. Und nicht nur das. Negativer Turnierstress für Pferd und Mensch kann auf diese Weise  ebenfalls verringert werden. Auf der Umwelt-Skala bekommt das Online-Turnier von uns eine hohe Wertung.5.Online Turniere und der Erlebnis-AspektNatürlich können Online-Turniere Live-Events nicht komplett ersetzen. Ich schließe die Augen und träume mich zu meinem letzten Turnier. In der Nase habe ich den Duftvon aufgewühltem Staub, Pferdemist und Bratwurstbude. Aus den Lautsprechern tönt blechern der Name und die Startnummer der nächsten Teilnehmerin.  Zwischen Hufgetrappel, Pferdewiehern und Stimmengewirr spüre ich ein freudiges Kribbeln. Ja,dieses feeling kann einem ein Online-Turnier nicht bieten. Punkt. Online Turniere sind für uns auf der Erlebnis-Skala klar durchgefallen.


6.Unser Fazit

Foto: Virtuell Dressage Tour

Für uns kann es bei den Online-Turnieren nicht um Ersatz gehen.  Ein Online-Turnier kann einem nicht das bieten, was man bei einem Live-Event erlebt. Die Stimmung, der Austausch, die Erfahrungswerte, die man sammelt...Es geht für uns hier vielmehr um en Zusatz-Angebot. Die Corona-Pandemie hat vieles unmöglich gemacht. Viele ReiterInnen sind glücklich, auf diese Weise ausgefallene Live-Turniere wenigstens ein Stückchen ersetzen zu können und im Training zu bleiben. Außerdem freut sich der ein oder andere sicher auch mal über ein Langschläfer-Wochenende mit Turnierauftritt auf der heimischen Reitanlage. 😉

Quelle : www.deutsche-online-turniere.com/ www.virtuelldressagetour.com